Vaduz
- Brudermord in Vaduz
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Im Roten Haus in Vaduz lebten zwei Brüder, die wegen ein paar Hühnern in Streit geraten waren. Dieser Streit führte dazu, dass der eine der Brüder den anderen erschoss. Bei einem Stein am Abtswingertweg, dort wo er erschossen wurde, hat man den Geist des Ermordeten noch lange klagen gehört, und der Fensterladen des Fensters, aus welchem er erschossen wurde, liess sich nicht schliessen.
- Der Geigenspieler in Vaduz
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Ein Geigenspieler namens Hans-Jöri kam eines Abends, von Sargans kommend, über den Rhein und marschierte Richtung Vaduz, wohin er zum Geigenspiel aufgeboten worden war. Als er beim Galgen in der Vaduzer Altrütti vorbeimarschierte, riefen ihm ein paar gut gekleidete Leute zu, er solle ihnen folgen. Er folgte ihnen und traf eine lustige Gesellschaft, die sich an erlesenem Essen und Trinken gütlich tat. Er nahm an dieser Gesellschaft teil und spielte auf seiner Geige. Ein Herr aus der Gesellschaft sagte ihm, dass er sich über nichts wundern solle und vor allem nie auf jemandes Gesundheit trinken solle. Der Geiger wunderte sich darüber, doch vergass er die Mahnung bald, und er spielte, ass und trank. Bei einem grossen Schluck Wein sagte er zu sich selbst: «Gsundheit Hans, gsegnis Gott Hans.» Kaum hatte er das gesagt, war die ganze Gesellschaft verschwunden und er fand sich früh morgens allein auf dem Galgen sitzend.
- Der Geist auf Schloss Vaduz
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Auf Schloss Vaduz war vor langer Zeit ein sehr böser, grausamer und geiziger Herr. Als er gestorben war, schaute sein Geist bereits aus einem Schlossfenster, als man den Sarg im Schloss anhob, um ihn zur Vaduzer Pfarrkirche zu bringen.
- Der Geist des Soldaten
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Eine Schaanerin war auf dem Nachhauseweg. Beim Kreuz beim Schulhaus Ebenholz sah sie einen Soldaten, der neben Kreuz Anstalten machte etwas auszugraben. Sie bekam Angst und hielt das Kreuz fest. Der Soldat kam auf sie zu, aber sie liess das Kreuz nicht los. Da war der Soldat, wie vom Erdboden verschluckt, verschwunden.
- Der Geist in der Möliholzröfi
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Das Gebiet um die Möliholzröfi gehörte früher grösstenteils noch zu Schaan. Es war noch kaum besiedelt. Nur ein reicher Mann hatte dort seinen Hof und die Wiesen und Felder gehörten alle ihm. Einmal kam eine Frau zu ihm und bat um ein Kraut aus seinem Garten, weil ihr Kind krank war und nur dieses Kraut zur Genesung beitragen konnte. Der reiche Bauer aber wies die Frau forsch ab, und das Kind starb. Ein andermal bettelte eine arme Frau um etwas zu essen für ihre Kinder. Wiederum blieb der Bauer hart und die Kinder starben vor Hunger. Auch eine Witwe bat den Mann, dass er ihr einen Knecht schicken könne, um das beschädigte Dach zu reparieren. Auch sie musste erfolglos den Heimweg antreten, und ein Föhnsturm in der folgenden Nacht begrub die Witwe samt ihren Kindern unter dem Dach. Als der Bauer älter wurde, bekam er es mit der Angst zu tun, und er hatte immer mehr das Verlangen zur Möliholzröfi zu gehen. Das Verlangen wurde so gross, dass er sich entschloss hinaufzugehen. Dort erschienen ihm die Geister der Menschen, deren Tod er verschuldet hatte. Plötzlich fing es an zu rauschen und die Rüfe rutschte zu Tal und begrub den Bauern und auch seinen Hof unter sich. Nur seine Bediensteten überlebten, denn diese waren an diesem Abend zum Tanz in Schaan. Noch heute muss der Bauer in Vollmondnächten in der Möliholzröfi geisten, und oft hört man von ihm dann ein furchtbares lautes Jammern.
Der Geist in der Möliholzröfi, gesprochen (hochdeutsch) von Nicolas Biedermann

