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Triesen

Das Goldloch

Auf der Balzner Alp Gapfahl wird eine Bergspitze Goldlochspitz genannt. Der Berghang westlich unterhalb dieser Bergspitze gegen Triesen hin heisst Goldloch. In diesem Berghang gibt es eine Quelle, aus welcher früher von Zeit zu Zeit Gold geflossen ist. Wenn Gold aus der Quelle rann, kam immer ein alter kleiner Mann und füllte einen Krug mit diesem Gold. Wenn sein Krug voll war, verschwand der Mann und das Gold hörte auf zu fliessen. Den Triesnern aber gelang es nie, auch nur einen Tropfen Gold aus dieser Quelle zu nehmen.

Das Luuserwiibli

In Triesen lebte ein Mann, der es mit der Körperpflege nicht so genau nahm. Seine Frau aber hatte Haare auf den Zähnen, und so nannte sie ihren Mann meist einfach nur Luuser. Eines Tages aber wurden dem Triesner die Anspielungen seiner Frau zuviel, und so warf er sie in die Fluten des Rheins. Noch während des Ertrinkens rief die Frau: «Luuser, Luuser!», und wenn sie auftauchte machte sie mit den Fingern jeweils noch nach, wie man laust (Läuse aus den Haaren zupft).

Das Singen auf Santamerta

Ein Triesner Bauer ging auf seinem Weg zum Stall am Kirchlein St. Mamerta vorbei. Einmal war er viel zu früh unterwegs. Er sah, wie die Kapelle beleuchtet war, und von drinnen hörte er wunderschöne Stimmen singen. Er war nicht fähig weiterzugehen, er musste dem schönen Gesang zuhören. Erst beim Läuten zum Angelusgebet konnte er sich wieder bewegen. Der Bauer erzählte es dem Pfarrer und dieser meinte, das seien sicher Stimmen aus dem Himmel gewesen.

Der Delisrotsch

Früher fuhr man in Gottes Namen auf die Alp. Doch die Hirten und der Senn von der Lawena wollten einmal in Teufels Namen mit dem Vieh auffahren. Eine Triesnerin, die davon hörte, schickte auch ihre einzige Kuh mit, aber ausdrücklich sagte sie, dass ihre Kuh in Gottes Namen aufgetrieben werde. Als das Vieh im Sommer in Richtung Rot Wand auf die Weide getrieben wurde, da gab es einen Felssturz und das ganze Vieh wurde darunter begraben. Nur die Kuh der Triesnerein überlebte. Weil einer der Hirten Fidel, Deli gerufen, hiess, heisst das Gebiet heute noch Delisrotsch.

Der Geist in Gapont

In Gapont oder früher auch Eggapont, einem Triesner Dorfteil, lebte ein Mann. Er war kleingewachsen und sehr geizig. Auch mit der Ehrlichkeit nahm er es nicht so genau. Er wollte alles, was er sah haben. Seine schlimmste Tat war jedoch das Stehlen eines Schimmels. Für diese Tat muss der Mann in Gapont geisten. In der Nacht muss er auf dem Schimmel in Gapont herumreiten. Das Galoppieren und das Wiehern des Pferdes sind heute noch zu hören.

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