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Sagen auf dem WalserSagenWeg

Die Walliser Sage vom Heiligen Theodul befindet sich ebenfalls auf dem WalserSagenWeg. Sie befindet sich allerdings nicht in dieser Sammlung, da sie keine Liechtensteiner Sage ist.

Der Riese von Guflina
Auf Guflina in Triesenberg wohnte einst ein grossgewachsener Mann, ein Riese. Er war so stark, dass er leicht eine Tanne entwurzeln und sie mit der blossen Hand entasten konnte. Oberhalb von Silum ist eine Höhle, und darin lebte ein Lindwurm, ein Drache mit Flügeln und Hörnern. Er hatte grosse feuerrote Augen und die Triesenberger Bauern fürchteten sich vor ihm, weil der Lindwurm immer wieder die Viehherden angriff und grossen Schaden anrichtete, wenn sie mit dem Vieh auf dem Maiensäss waren. Der Riese auf Guflina wollte den Bauern helfen und wagte den Kampf mit dem Lindwurm. Der Lindwurm nahm den Kampf auf, doch der Riese packte ihn und drückte ihn so fest gegen einen Felsen, bis seine Knochen zerbrachen und er schliesslich tot zu Boden sank.
Die Wildmandli und die Hebamme

Die Wildmandli riefen die Hebamme von Triesenberg ans Kindbett. Die Hebamme kam sogleich und konnte der Wöchnerin helfen. Als Dank erhielt sie eine Schürze voller Holzkohle. Die Hebamme hatte mit dem Lohn keine grosse Freude und warf die Kohlen stückweise auf dem Heimweg weg. Ein Wildmandli folgte ihr unsichtbar und las die Kohlen wieder auf, dabei sagte es jedes Mal: «Je mehr du wegwirfst, je weniger du hast!». Zuhause sah die Frau, dass jedes Kohlestück zu Gold geworden war. Rasch eilte sie den Weg zurück, um die weggeworfenen Kohlen einzusammeln, aber sie waren alle verschwunden.

Der Erbigeischt

In einem Haus im Erbi lebte eine Familie. Da in diesem Haus auch ein Geist lebte, der jeden Abend erschien, beschloss die Familie, das Haus abzubrechen und an einem anderen Ort wieder aufzustellen. Doch der Geist folgte ihnen und meinte: «Ihr habt Hüder und Gmüder, und ich komme auch mit hinüber.» So blieb der Geist auch am neuen Standort bei ihnen.

Der rote Ziegenbock

Ein reicher Triesenberger Bauer schickte einmal am Sonntagmorgen seine Familie und das Gesinde in die Kirche und meinte, er bleibe heute zuhause. Dass dies ungewöhnlich war, fiel einem der Knechte auf, und er versteckte sich in der Scheune, um zu sehen, warum der Bauer allein sein wollte. Und wirklich kam der Bauer mit einem Topf voller Geld in den Stall - es läutete gerade zur Wandlung. Er löste ein Brett im Boden und leerte das Geld in ein Behältnis - einem Chessi - unter diesem Brett. Nachdem der Bauer die Scheune wieder verlassen hatte, holte sich der Knecht etwas Geld aus dem geheimen Versteck. Der Bauer kam wiederum mit Geld und bemerkte, dass etwas von dem Geld fehlte, welches er gerade unter dem Brett versteckt hatte. Nochmals ging er, um Geld zu holen, und als er den dritten Topf mit Geld in das Versteck brachte sagte er: «Zu diesem Geld soll nur jemand kommen, der einmal beim Läuten zur Wandlung einen roten Ziegenbock im Namen der Dreifaltigkeit dreimal um das Chessi treibt.» Kurze Zeit darauf, es waren gerade drei Wochen vergangen, verstarb der Bauer, und der Knecht, der um das Geheimnis wusste, tröstete die Witwe und die Töchter, die das Geld des Bauern nicht fanden. Er gehe jetzt weg und komme bald wieder; in dieser Zeit sollten sie beten. Wiederum drei Wochen später kam er zum Hof mit einem roten Ziegenbock zurück. Am darauf folgenden Sonntag schickte er die Töchter in die Kirche und ging mit der Witwe in die Scheune. Er holte den Ziegenbock und löste das Brett aus dem Boden. Beim Wandlungsläuten rannte er mit dem Bock dreimal um das versteckte Geld herum. Plötzlich sahen die Witwe und der Knecht den Bauer auf seinem Geld sitzen. Nach dem Läuten verschwand sein Geist, denn er war erlöst, und die Familie kam zu ihrem Geld. Zum Lohn durfte der Knecht die älteste Tochter heiraten.

Das Nachtvolk im Tobel

In Triesenberg zieht das Nachtvolk manchmal durch ein Tobel auf und ab, und in diesem Zug geht immer eine weiss gekleidete Frau mit.

Das Nachtvolk auf dem Kulm

Ein Triesenberger Bauer sah einmal, wie das Nachtvolk vom Kulm herunter hoch in den Lüften herunterkam. Er versteckte sich, weil er um die Gefährlichkeit des Nachtvolks wusste, und es geschah ihm nichts.

Die Wildmandli

Auf der Triesenberger Alp Sareis im Gamperdonatal, oberhalb des Nenzinger Himmels wohnten früher die Wildmandli in Höhlen; eine der Höhlen wird heute noch Wildmanschilchli genannt. Sie trugen keine Kleider, waren aber stark behaart. Sie waren gutmütig und kümmerten sich um das Vieh der Triesenberger Bauern im Malbun und beim Steg. Oft, wenn die Bauern auf ihrem eigenen Hof überlastet waren, überliessen sie das Füttern des Viehs, wenn es über dem Kulm in den Ställen war, den Wildmandli. Nur bei schlechtem Wetter oder bei Föhn blieb ihre Hilfe aus. Einmal begab es sich, dass auf den Höhen Föhnwetter war und man im Dorf nichts davon spürte. Die Bauern waren im Kartoffelacker beschäftigt und vertrauten auf die Hilfe der Wildmandli. Nach drei Tagen, als sie nach ihrem Vieh in den Ställen beim Steg und im Malbun schauten, fanden sie das Vieh halb verhungert vor. Einmal vor Weihnachten, als die Bauern ihr Vieh vom Malbun holten, ertönte vom Gamsgrad her eine Stimme, die rief: «Das Biizi und das Baazi sind gestorben!». Von da an waren die Wildmandli verschwunden.

Der Bauer und das Doggi

Ein Bauer aus Triesenberg hatte seinen Stall in der Weid. Täglich ging er zum Füttern in die Weid zu seinem Stall und zum Vieh. Einmal im Winter machte er sich gerade auf nach Hause zu gehen, doch er wollte trotzdem noch warten, bis die Kälber fertig gefressen hatten. Da sagte eine Stimme zu ihm: "Gang jetz wagger hei." Er erschrak und schaute nach. Vor dem Stall sah er im Schnee eine Spur, die in den Wald hinein führte. Er folgte der Spur ein Stück weit, kehrte dann aber doch zum Stall zurück. Im Stall sah er das Doggi bei den Kühen. Die Kühe waren losgebunden, doch das Doggi verschwand plötzlich. Anderntags holte er sein Vieh aus dem Stall und wollte nie mehr mit ihm in diesen Stall gehen. Doch das Doggi liess keine Ruhe. Anstatt dem Vieh wurde er nun nachts von ihm geplagt, so dass er nicht mehr schlafen konnte.

«Der Bauer und das Doggi», gesprochen von Andy Konrad (hochdeutsch)

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Das wilda Männli

 

 Erbigeischt

 

Die hier abgebildeten Skulpturen wurden von Karin Gassner (www.skulptur.li) erstellt. Sie sind auf dem WalserSagenWeg in Triesenberg aufgestellt.