Gesprochene SagenDas Teufelsloch
Einem Schaaner Bauern wurde die Arbeit auf seinem Acker im Schaaner Riet zuviel. So nahm er ein Angebot des Teufels an, der ihm versprach, in einem Tag seinen Acker zu mähen, allerdings mit der Bedingung, dass die Arbeit vor dem Läuten der Kirche am Abend erledigt ... «Das Teufelsloch», gesprochen von Nicolas Biedermann (Hochdeutsch) Das Plankner Füllen
Als einmal ein Plankner hinunter nach Schaan ging, sah er im Riet grosse Kürbisse, und das war etwas, was er überhaupt nicht kannte. So frug er einen Bauern auf dem Feld, was denn das hier sei. Der schelmische Schaaner Bauer gab ihm zur Antwort, das seien ... «Das Plankner Füllen» erzählt von Christine Beck. Aus: Banzer, Roman: Wia ma bi üüs red [Medienpaket]. Eine Tonsammlung der liechtensteinischen Ortsmundarten. Triesen, 1998-2000. Veröffentlichung mit Genehmigung von Dr. Roman Banzer. Die Diebalöcher
Mit Diebalöcher (Diebeshöhlen) wird ein felsiger Waldhang im Ellholz in Balzers, aber auf graubündnerischem Gebiet, bezeichnet. Es wird erzählt, dass einmal ein Unbekannter nach Mäls kam. Er hatte eine Angelrute bei sich und versuchte damit, in den Jauchegruben nach Fischen zu fangen. Die Balzner waren darüber sehr ... «Die Diebalöcher» erzählt von Brigitte Frick. Aus: Banzer, Roman: Wia ma bi üüs red [Medienpaket]. Eine Tonsammlung der liechtensteinischen Ortsmundarten. Triesen, 1998-2000. Veröffentlichung mit Genehmigung von Dr. Roman Banzer. Der Schatz auf Gutenberg
Auf der Burg Gutenberg ist ein Schatz vergraben. Er wird von einer weiss gekleideten Jungfrau mit goldfarbenen Zöpfen beschützt. Wer diese Jungfrau von ihrer Aufgabe befreit, dem gehört der Schatz. Einmal war es, dass ein Junge aus Balzers am Schlosshügel beim Beerenlesen war und dabei die ... «Der Schatz auf Gutenberg» erzählt von Blandine Büchel. Aus: Banzer, Roman: Wia ma bi üüs red [Medienpaket].Eine Tonsammlung der liechtensteinischen Ortsmundarten. Triesen, 1998-2000.
Der gute Geist
In Triesenberg stand ein Haus, von dem es hiess, dass ein Geist drinnen wohne. Niemand wollte im Haus wohnen, bis ein armer Bauer für seine Familie das Haus billig kaufte. Frau und Kinder fürchteten sich vor dem Geist und wollten nicht einziehen. Der Bauer schlug seiner ... Der geizige Vaduzer Bauer
Ein geiziger Vaduzer Bauer versetzte immer wieder Marksteine, um zu etwas mehr Boden zu kommen. Nach seinem Tod musste er an diesen Orten geisten. Einmal hörte ein Mann auf dem Heimweg jemanden laut rufen: «Wo söl na ihitua? Wo söl na ihitua?» Der Mann rief zurück: ... «Der geizige Vaduzer Bauer», gesprochen in Mundart von Nicolas Biedermann Der Geist in der Möliholzröfi
Das Gebiet um die Möliholzröfi gehörte früher grösstenteils noch zu Schaan. Es war noch kaum besiedelt. Nur ein reicher Mann hatte dort seinen Hof und die Wiesen und Felder gehörten alle ihm. Einmal kam eine Frau zu ihm und bat um ein Kraut aus seinem Garten, ... Der Geist in der Möliholzröfi, gesprochen (hochdeutsch) von Nicolas Biedermann Der Geist beim Lindaplatz
Beim Lindaplatz in Schaan stand ein altes Haus. Man sagte, dass darin ein Geist wohne und niemand getraute sich so richtig, ins Haus zu gehen. In diesem Haus lebte ein Vater mit seinem Sohn. Von seinen Kameraden auf Geister angesprochen, sagte der Sohn einmal, ihm solle ... «Der Geist beim Lindaplatz», gesprochen in Mundart von Nicolas Biedermann Der Bauer und das Doggi
Ein Bauer aus Triesenberg hatte seinen Stall in der Weid. Täglich ging er zum Füttern in die Weid zu seinem Stall und zum Vieh. Einmal im Winter machte er sich gerade auf nach Hause zu gehen, doch er wollte trotzdem noch warten, bis die Kälber fertig ... «Der Bauer und das Doggi», gesprochen von Andy Konrad (hochdeutsch) Der Schimmel in der Lochgass
Früher hiess auch die heutige Schimmelgass in Vaduz bis hinauf zur Schlossstrasse Lochgass. Der Name Schimmelgass geht auf eine Sage zurück, wonach dort ein geiziger Bauer gewohnt hatte. Diesem war das Eigentum anderer nicht heilig, und er stahl alles, was er ergattern konnte, sogar Pferde. Einmal ... «Der Schimmel in der Lochgass» erzählt von Margrith Büchel. Aus: Banzer, Roman: Wia ma bi üüs red [Medienpaket]. Eine Tonsammlung der liechtensteinischen Ortsmundarten. Triesen, 1998-2000.
Der Untergang von Triesen
Vor vielen Jahren ist ein Engel mit feurigem Schwert über Triesen geflogen und hat verkündet, dass, wer dem Untergang des Dorfs entgehen wolle, sich auf Santamerta in Sicherheit bringen solle. Eine Frau folgte dem Ruf des Engels, ihre Kinder aber hatte sie zu Hause alleingelassen, versorgt ...
«Der Untergang von Triesen» erzählt von Marina Oesch-Kindle. Aus: Banzer, Roman: Wia ma bi üüs red [Medienpaket]. Eine Tonsammlung der liechtensteinischen Ortsmundarten. Triesen, 1998-2000.
Das wilde Männlein
Auf Prufatscheng wohnte einst ein kleiner, armer Mann. Das Männlein war nackt und hütete den Bauern das Vieh. Als die Bauern einmal Mitleid mit dem Männlein hatten und ihm Kleider schenkten, da sagte das Männlein: «Wilda Ma Chleid nid liida cha». Es verschwand und wurde nie ... «Das wilda Männli», gesprochen von Andy Konrad (triesenbergerisch) Der Teufel auf Güedega
Auf Güedega an der Gemeindegrenze zwischen Mauren und Eschen kamen sieben Männer auf die Idee Geld vom Teufel zu erhalten. Sie trieben allerlei Hokuspokus, und drei Tage lang redeten sie nicht, schliefen nicht und sogar auf Essen und Trinken verzichteten sie. Da kam der Teufel wirklich ... «Der Teufel auf Güedega» erzählt von Geronimo Binder. Aus: Banzer, Roman: Wia ma bi üüs red [Medienpaket]. Eine Tonsammlung der liechtensteinischen Ortsmundarten. Triesen, 1998-2000. Veröffentlichung mit Genehmigung von Dr. Roman Banzer. Der Teufelstein
Südlich oberhalb des Steinbruchs auf Matruela ist ein grosser Stein. Unweit davon befindet sich das Bad Vogelsang, in welchem es oft lustig und nicht im Sinn des Pfarrers zu und her ging. Eines nachts hörte der Teufel vom Bad Vogelsang Lärm vom geselligen Treiben. Darob freute ... «Der Teufelstein» erzählt von Roman Banzer. Aus: Banzer, Roman: Wia ma bi üüs red [Medienpaket]. Eine Tonsammlung der liechtensteinischen Ortsmundarten. Triesen, 1998-2000.
Der Lindwurm
Am Ellberg im Lobwinkel hat ein Lindwurm gelebt. Die Mälsner fürchteten sich vor ihm. Der Lindwurm hielt sich meist im Oberfeld, das damals noch Riedlandschaft und sumpfig war, auf. Damit der Lindwurm nicht ins Dorf gekommen ist, brachten die Mälsner ihm Futter ins Oberfeld. Ganze Kälber, ... «Der Lindwurm» erzählt von Brigitte Frick.Aus: Banzer, Roman: Wia ma bi üüs red [Medienpaket]. Eine Tonsammlung der liechtensteinischen Ortsmundarten. Triesen, 1998-2000. Der Weidmann
Oberhalb vom Guggerboda, auf der Weid, lebte ein kräftiger, starker Mann. So kräftig, gross und stark wie er war, so fromm und gottesfürchtig war er. Nur zur Messe ging er nicht. Zu dieser Zeit gab es in Triesenberg noch keine Kirche, und so hätte er nach ... Der Weidmann, gesprochen von Katja Langenbahn-Schremser (hochdeutsch) Sponsorin: Katja Langenbahn-Schremser |
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