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Die Sagen zu den Wildmandli

Die Guggamusik «Wildmandli» aus Triesenberg hat ihren Namen von den Wildmandli-Sagen. Zudem galten die Triesenberger bei den Talbewohnern lange Zeit als urchig, unbeugsam - und somit auch wild. Die Sage vom Wilden Mann ist weit verbreitet. Bis zum Beginn der Neuzeit ist der Wilde Mann sowohl im slawischen, als auch im germanischen Raum ein anthromorphes (vermenschtliches) Wesen. Sie treten in Mitteleuropa hauptsächlich als halbmenschliche Wald- und Bergbewohner auf. Intensiver Haarwuchs, grosse Körperkraft und Nacktheit sind ihnen zu eigen. Bei uns treten sie in den Wildmandli-Sagen als Helfer der Bauern auf.

Eine Abhandlung über alle Erscheinungsformen und Deutungen ist bei Wikipedia nachzulesen (Stichwort: «Wilder Mann»).

 

Das Wildmandschilchli
Das Wildmandschilchli

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Die Wildmandli

Auf der Triesenberger Alp Sareis im Gamperdonatal, oberhalb des Nenzinger Himmels wohnten früher die Wildmandli in Höhlen; eine der Höhlen wird heute noch Wildmanschilchli genannt. Sie trugen keine Kleider, waren aber stark behaart. Sie waren gutmütig und kümmerten sich um das Vieh der Triesenberger Bauern im Malbun und beim Steg. Oft, wenn die Bauern auf ihrem eigenen Hof überlastet waren, überliessen sie das Füttern des Viehs, wenn es über dem Kulm in den Ställen war, den Wildmandli. Nur bei schlechtem Wetter oder bei Föhn blieb ihre Hilfe aus. Einmal begab es sich, dass auf den Höhen Föhnwetter war und man im Dorf nichts davon spürte. Die Bauern waren im Kartoffelacker beschäftigt und vertrauten auf die Hilfe der Wildmandli. Nach drei Tagen, als sie nach ihrem Vieh in den Ställen beim Steg und im Malbun schauten, fanden sie das Vieh halb verhungert vor. Einmal vor Weihnachten, als die Bauern ihr Vieh vom Malbun holten, ertönte vom Gamsgrad her eine Stimme, die rief: «Das Biizi und das Baazi sind gestorben!». Von da an waren die Wildmandli verschwunden.

Die Wildmandli und die Hebamme

Die Wildmandli riefen die Hebamme von Triesenberg ans Kindbett. Die Hebamme kam sogleich und konnte der Wöchnerin helfen. Als Dank erhielt sie eine Schürze voller Holzkohle. Die Hebamme hatte mit dem Lohn keine grosse Freude und warf die Kohlen stückweise auf dem Heimweg weg. Ein Wildmandli folgte ihr unsichtbar und las die Kohlen wieder auf, dabei sagte es jedes Mal: «Je mehr du wegwirfst, je weniger du hast!». Zuhause sah die Frau, dass jedes Kohlestück zu Gold geworden war. Rasch eilte sie den Weg zurück, um die weggeworfenen Kohlen einzusammeln, aber sie waren alle verschwunden.

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