Auf Güedega an der Gemeindegrenze zwischen Mauren und Eschen kamen sieben Männer auf die Idee Geld vom Teufel zu erhalten. Sie trieben allerlei Hokuspokus, und drei Tage lang redeten sie nicht, schliefen nicht und sogar auf Essen und Trinken verzichteten sie. Da kam der Teufel wirklich zu ihnen und stellte einen Sack vor sie hin. Der Teufel stellte die Bedingung, dass der Siebente mit ihm kommen müsse, dann könnten sie den Sack behalten. Die sieben Männer rannten hin und her, denn keiner wollte der Siebente sein, und so konnte der Teufel nicht abzählen, aber er machte eine Bewegung und alle standen starr auf ihrem Platz. Bis auf einen, dem seine Stiefmutter etwas Geweihtes in das Futter seines Kittels genäht hatte. Dieser holte sogleich den Pfarrer von Mauren, doch an der Gemeindegrenze blieb er stehen, da von hier an der Eschner Pfarrer zuständig war. Er rannte zum Pfarrer von Eschen, doch der Teufel sagte zu ihm, er habe in seiner Studentenzeit einmal Brot gestohlen. Der Eschner Pfarrer erwiderte, dass er diese Sünde schon längst gutgemacht habe. Der Teufel verschwand und die starr stehenden Gebannten waren wieder frei.
Der Teufel auf Güedega
«Der Teufel auf Güedega» erzählt von Geronimo Binder. Aus: Banzer, Roman: Wia ma bi üüs red [Medienpaket]. Eine Tonsammlung der liechtensteinischen Ortsmundarten. Triesen, 1998-2000.
Veröffentlichung mit Genehmigung von Dr. Roman Banzer.
Bei Seger 1965: «Die Geldsucher auf Güdigen» (Seger, S. 10, Nr. 10)

