Auf der Burg Gutenberg ist ein Schatz vergraben. Er wird von einer weiss gekleideten Jungfrau mit goldfarbenen Zöpfen beschützt. Wer diese Jungfrau von ihrer Aufgabe befreit, dem gehört der Schatz. Einmal war es, dass ein Junge aus Balzers am Schlosshügel beim Beerenlesen war und dabei die Jungfrau traf. Die Jungfrau bat ihn, sie bei den Händen zu fassen und drei Mal schnell zu drehen, ohne ein Wort zu sprechen und er dürfe keinen Blick auf ihre goldenen Zöpfe werfen. Der Junge nahm ihre Hände und drehte die Jungfrau, doch bei der dritten Umdrehung warf er einen kurzen Blick auf ihre Zöpfe. In diesem Moment hielt er zwei Schlangen in der Hand. Die Jungfrau stand daneben und klagte, dass sie jetzt wieder 100 Jahre den Schatz hüten müsse. Danach verschwand sie spurlos.
Der Schatz auf Gutenberg
«Der Schatz auf Gutenberg» erzählt von Blandine Büchel. Aus: Banzer, Roman: Wia ma bi üüs red [Medienpaket].Eine Tonsammlung der liechtensteinischen Ortsmundarten. Triesen, 1998-2000.
Veröffentlichung mit Genehmigung von Dr. Roman Banzer.

