In Triesenberg stand ein Haus, von dem es hiess, dass ein Geist drinnen wohne. Niemand wollte im Haus wohnen, bis ein armer Bauer für seine Familie das Haus billig kaufte. Frau und Kinder fürchteten sich vor dem Geist und wollten nicht einziehen. Der Bauer schlug seiner Familie vor, dass er eine Nacht im Haus verbringe und ihnen dann sage, ob ein Geist da wohne oder nicht. In der Nacht traf er wirklich auf den Geist, doch der Bauer ging mutig auf ihn zu und bat ihn, sich seiner Familie nicht zu zeigen. Der Geist versprach es ihm. So ging der Bauer zu seiner Familie und konnte sie beruhigen, sodass alle ins Haus zogen. Als der Bauer einmal im Wirtshaus sass, erschien ihm der Geist und meldete, dass im Haus ein Feuer ausgebrochen war. Sogleich eilte der Bauer nach Hause und konnte so Haus und Familie vor den Flammen retten. Der Bauer arbeitete im Wald, und wieder erschien ihm der Geist und berichtete, dass eine Kuh im Stall am Ersticken sei. So konnte auch die Kuh gerettet werden. Als der Bauer einmal eine Reise zu machen hatte, erschien ihm wieder der Geist und sagte ihm, dass seine Frau schwer erkrankt sei. Der Bauer trat unverzüglich die Heimreise an. Der Geist begleitete den Bauern und erzählte ihm, dass er in seinem Leben drei Mal jemandem in Not nicht geholfen hatte und darum geisten müsse. Erst, wenn er dreimal Gutes getan habe, sei er erlöst. Das sei nun geschehen und somit sei er frei. Der Geist verschwand für immer, und der Bauer ging nach Hause und pflegte seine Frau gesund.

