Das Gebiet um die Möliholzröfi gehörte früher grösstenteils noch zu Schaan. Es war noch kaum besiedelt. Nur ein reicher Mann hatte dort seinen Hof und die Wiesen und Felder gehörten alle ihm. Einmal kam eine Frau zu ihm und bat um ein Kraut aus seinem Garten, weil ihr Kind krank war und nur dieses Kraut zur Genesung beitragen konnte. Der reiche Bauer aber wies die Frau forsch ab, und das Kind starb. Ein andermal bettelte eine arme Frau um etwas zu essen für ihre Kinder. Wiederum blieb der Bauer hart und die Kinder starben vor Hunger. Auch eine Witwe bat den Mann, dass er ihr einen Knecht schicken könne, um das beschädigte Dach zu reparieren. Auch sie musste erfolglos den Heimweg antreten, und ein Föhnsturm in der folgenden Nacht begrub die Witwe samt ihren Kindern unter dem Dach. Als der Bauer älter wurde, bekam er es mit der Angst zu tun, und er hatte immer mehr das Verlangen zur Möliholzröfi zu gehen. Das Verlangen wurde so gross, dass er sich entschloss hinaufzugehen. Dort erschienen ihm die Geister der Menschen, deren Tod er verschuldet hatte. Plötzlich fing es an zu rauschen und die Rüfe rutschte zu Tal und begrub den Bauern und auch seinen Hof unter sich. Nur seine Bediensteten überlebten, denn diese waren an diesem Abend zum Tanz in Schaan. Noch heute muss der Bauer in Vollmondnächten in der Möliholzröfi geisten, und oft hört man von ihm dann ein furchtbares lautes Jammern.

