Beim Lindaplatz in Schaan stand ein altes Haus. Man sagte, dass darin ein Geist wohne und niemand getraute sich so richtig, ins Haus zu gehen. In diesem Haus lebte ein Vater mit seinem Sohn. Von seinen Kameraden auf Geister angesprochen, sagte der Sohn einmal, ihm solle so ein Geist nur kommen, er werde dann schnell mit ihm fertig. Eines Abends sassen Vater und Sohn in der Stube, als es an der Tür klopfte. Der Sohn öffnete die Tür, und vor ihm stand ein Geist. Der Geist befahl dem Jungen, eine Haue zu nehmen und ihm zu folgen. Sie gingen zu einer Wiese und dort zu einem Markstein. Der Junge musste für den Geist den Markstein versetzen, und zwar dorthin, wo der Stein früher immer gestanden hatte. Danach dankte der Geist dem Jungen und reichte ihm die Hand. Der Junge aber hielt nur den Stiel der Haue hin, denn einem Geist soll man nie die Hand geben. Danach verschwand der Geist, und zuhause bemerkte der Bub, dass auf dem Holzstiel eine schwarze Hand eingebrannt war. Kurz darauf erkrankte der Bub schwer und starb. Die Haue blieb bis zum Abbruch im Haus und war dann spurlos verschwunden.
Der Geist beim Lindaplatz
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