Vor sehr langer Zeit gab es in Nofels, unweit von Ruggell ein Bad. Es war berühmt wegen seines gesunden Schwefelwassers, aber auch Küche und Keller waren vom Feinsten. Mit den Sitten hatte man es nicht so streng genommen. Warnungen, dass das unsittliche Treiben sich eines Tags räche, schlug der Wirt des Bads in den Wind. «Lustig gelebt und selig gestorben, das ist dem Teufel das Spiel verdorben», pflegte er zu sagen. Einmal am Fasnachtsdienstag um Mitternacht ging es wieder einmal hoch zu und her. Einigen Gästen wurde es zuviel, und sie ermahnten den Wirt, dem Treiben Einhalt zu gebieten, aber er hörte nicht auf sie, und so verliessen einige der mahnenden Gäste das Bad und gingen heimwärts zu. Als sie ein Stück weit weg vom Bad waren, hörten sie einen Lärm, und als sie zurückschauten sahen sie, wie das ganze Gebäude mitsamt den Gästen im Boden versank.

