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Ruggell

Das versunkene Bad

Vor sehr langer Zeit gab es in Nofels, unweit von Ruggell ein Bad. Es war berühmt wegen seines gesunden Schwefelwassers, aber auch Küche und Keller waren vom Feinsten. Mit den Sitten hatte man es nicht so streng genommen. Warnungen, dass das unsittliche Treiben sich eines Tags räche, schlug der Wirt des Bads in den Wind. «Lustig gelebt und selig gestorben, das ist dem Teufel das Spiel verdorben», pflegte er zu sagen. Einmal am Fasnachtsdienstag um Mitternacht ging es wieder einmal hoch zu und her. Einigen Gästen wurde es zuviel, und sie ermahnten den Wirt, dem Treiben Einhalt zu gebieten, aber er hörte nicht auf sie, und so verliessen einige der mahnenden Gäste das Bad und gingen heimwärts zu. Als sie ein Stück weit weg vom Bad waren, hörten sie einen Lärm, und als sie zurückschauten sahen sie, wie das ganze Gebäude mitsamt den Gästen im Boden versank.

Die Nachbarin als Hexe

Zwei Frauen in Ruggell hatten Streit, weil die eine ihr Kind nicht mit dem der anderen spielen lassen wollte. Kurz darauf wurde eines der Kinder krank. Es hatte rote Flecken im Gesicht, und bald war es am ganzen Kopf entzündet. Der Arzt verschrieb dem Kind Salbe und Pulver und gab noch den Hinweis, dass während einer Woche niemand zum Kind gelassen werden dürfe. Die Ruggellerin nahm sich die Mahnung zu Herzen, und so kam es, dass sie drei Mal ihre Nachbarin, die nach dem Kind sehen wollte, abwies. Das Kind wurde darauf wieder gesund, und die Nachbarin wurde in Vaduz als Hexe verzeigt.

Eine Hexe als Hund

Ein Ruggeller starb an einem Hundebiss. Als er aufgebahrt war und seine Brüder Totenwache hielten, kam ein Hund zum Haus, der sich nicht vertreiben lassen wollte. Einer der Brüder nahm das Gewehr, aber dieses versagte jedes Mal, wenn er schiessen wollte. Sie jagten den Hund, und als er auf einen Strohhaufen vor dem Haus floh, da warf einer der Brüder eine Mistgabel nach ihm, so dass die Gabel im Kopf des Hunds steckenblieb. Der Hund floh schwer verletzt ins Riet, eine Blutspur hinterlassend. Dann war er für immer verschwunden. Zur selben Zeit war eine als Hexe verschriene Frau zum Bader gekommen. Sie trug einen Arm in einer Schlinge und hatte Löcher im Gesicht.

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