Planken
- Das Plankner Füllen
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Als einmal ein Plankner hinunter nach Schaan ging, sah er im Riet grosse Kürbisse, und das war etwas, was er überhaupt nicht kannte. So frug er einen Bauern auf dem Feld, was denn das hier sei. Der schelmische Schaaner Bauer gab ihm zur Antwort, das seien Rosseier. Der Plankner wurde neugierig und bat den Bauern, ihm doch so ein Ei zu geben. Der Schaaner tat nichts lieber als das und drückte dem Plankner den Kürbis in die Hand. Voller Stolz und Freude ging er mit der Frucht heimwärts zu. Doch er konnte nicht warten, bis er zuhause angelangt war, und versuchte bereits auf dem Heimweg, das Ei auszubrüten. Bei diesem Versuch entglitt ihm der Kürbis und rollte talwärts. Vom rollenden Kürbis aufgeschreckt, sprang ein Hase aus dem Gebüsch. Der Plankner aber glaubte, das Fohlen sei aus dem Ei geschlüpft, und in seiner Freude rief er aus: «Nitscha, ha, ha, i bi Ätti!»
«Das Plankner Füllen» erzählt von Christine Beck. Aus: Banzer, Roman: Wia ma bi üüs red [Medienpaket]. Eine Tonsammlung der liechtensteinischen Ortsmundarten. Triesen, 1998-2000.
Veröffentlichung mit Genehmigung von Dr. Roman Banzer.
- Der letzte Siedler auf dem Alpzinka
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Als die Pest im Land ausgebrochen war, flüchteten einige Familien in die Berge, um der Seuche zu entgehen. So zogen einige auf den Alpzinka nördlich der Plankner Alp Gafadura. Dort blieben sie auch nachdem die Pestzeit schon vorüber war. Auf dem Alpzinka blieb schliesslich noch ein Siedler übrig. Dieser beschloss, seine Güter auf dem Alpzinka an diejenige Gemeinde zu vererben, die ihn bis zu seinem Tod pflegte. In die Messe ging der Mann jeden Sonntag nach Bendern. Doch eines sonntags kam er nicht. Dies fiel einigen Planknern, die auch nach Bendern in die Messe zu gehen pflegten auf, und sie gingen zum Siedler hinauf, um nachzusehen, was los sei. Sie fanden ihn krank im Bett. Sofort brachten sie ihn nach Planken und pflegten ihn bis zu seinem Tod. Seitdem gehört der Alpzinka zur Gemeinde Planken.
- Der Plankner aus Amerika
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Ein ausgewanderter Plankner kam eines Tages aus Amerika wieder zurück. In Nendeln kehrte er in ein Gasthaus ein, bevor er den Anstieg nach Planken in Angriff nahm. Als er im Gasthaus zahlte, bemerkte ein anderer Gast, dass sein Geldsäckel voller Geld war. Der Gast folgte dem Plankner auf seinem Heimweg, es war schon dunkel und im Wald unterhalb von Planken erschoss er ihn, raubte ihn aus und warf ihn in eine Mulde unterhalb des Wegs. Der Mörder wurde nie gefasst, aber am Tag der Tat werden Wanderer auf dem Fussweg von Nendeln nach Planken von einer dunklen Wand aufgehalten und hören den Schuss und sehen einen Feuerstrahl. Danach können sie wieder ihren Weg gehen. Der Spuk dauert jeweils bis zum Tagläuten, dann hat der Geist des Mörders wieder für ein Jahr Ruhe.
- Die drei Schwestern
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Drei Schwestern ging am Morgen des Liebfrauentags (15. August) nach Gafadura, um Beeren zu lesen. Auf dem Weg dahin hörten sie die Kirchenglocken, die den Feiertag verkündeten und die Christen in die Kirche riefen. Eine der Schwestern meinte, ob es nicht wohl besser wäre, auch in die Kirche zu gehen, doch die beiden anderen beschwichtigten, dass zuerst die Körbe voller Beeren sein müssten, bevor sie wieder ins Dorf zurückgehen. Als die Körbe am späten Nachmittag voll waren, machten sich die drei Mädchen auf den Heimweg, da begegnete ihnen eine schöne Frau und bat um ein paar Beeren. Doch die drei Schwestern meinten nur, dass, wer Beeren will, sie sich selbst zu holen habe. Da erstrahlte die schöne Frau in einem hellen Schein und sagte zu den Mädchen: «Meinen Festtag habt ihr geschändet und meine Bitte habt ihr nicht erhört. Euer Herz ist aus Stein, und als Stein sollt ihr ewig hier stehen.» Sie erstarrten zu grossen Felsen, und fortan nannte man diese Felsen die Drei Schwestern.

