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Auf der falschen Seite des Nachtvolks

Wenn man dem Nachtvolk begegnet, muss man sich immer rechts von ihm hinstellen bis der Zug vorbei ist. Ein Balzner begegnete dem Nachtvolk in der Pralawisch und stellte sich auf die linke Seite. Da musste er bis zum Friedhof mit. Dort verschwand das Nachtvolk.

Das verrittene Pferd

 

Ein Maurer Bauer sagte zu seinem Knaben: «Geh, nimm das Pferd und sein Fohlen und führe die beiden auf das Ried.» Der Knabe ging in den Stall, nahm die Tiere und ging mit ihnen los. Auf dem Weg ins Ried trafen sie auf eine Hexe, die das Pferd im Vorbeigehen berührte. Am nächsten Morgen ging der Bauer ins Ried und fand das Ross ganz ermattet mit seinem Fohlen dastehen. Um die beiden Tiere herum war kreisförmig das ganze Ried plattgetreten. Der Bauer dachte sich, dass da jemand wohl mit dem Pferd im Kreis geritten sei. Nun, er trieb die Tiere zurück in den Stall, wo er die beiden Tiere anderntags tot auffand. Der Schinder, der die beiden Tiere verscharren sollte, sah auf dem Rücken des Pferdes einen schwarzen grossen Fleck. Hier musste jemand lange geritten sein. Er riet dem Bauern, den Stall aussegnen zu lassen, denn sonst würde dort kein Tier mehr überleben.

Die Hexe im Steinord

 

Ein Triesner war in Garnis auf der Fuchsjagd. Da schoss er einen Fuchs an und der Fuchs floh und der Jäger folgte ihm. Der Fuchs floh bis nach Triesenberg ins Steinord und verschwand dort in einem Haus. Anderntags wurde erzählt, dass im Steinord eine Frau gestorben sei und sie wäre angeschossen worden.

Der weisse Bock im Mos

Einst fuhren zwei Bauern mit einem Wagen durch das Mos oberhalb von Steinbös. Einer der Bauern ging hinter dem Wagen, um ob der Steilheit des Geländes die Bremse zu bedienen. Da erschien ein weisser Bock und vertrieb den Bremser. Auch den zweiten Bauer, der an die Bremse wollte, verscheuchte der Bock. Nur mit viel Mühe gelang es den Bauern schliesslich doch noch, den Wagen in den Griff zu kriegen.

Der Triesner auf Guscha

Ein junger Triesner hütete auf der Alp Guscha für die Maienfelder das Vieh. Einer der Bauern hatte eine schöne Tochter im Alter des Hirten und die beiden verliebten sich unsterblich. Doch dem Vater des Mädchens passte das überhaupt nicht. Zum einen war der Triesner ein Katholik und zum anderen aus einer Tobelhocker-Familie. Aus diesem Grund verbot der Maienfelder Bauer die Hochzeit. Der Triesner schwor dem Maienfelder, dass er diesen Entscheid noch bitter bereuen werde und ging noch vor der Alpabfahrt wieder zurück nach Triesen. Bei der Alpabfahrt von Guscha fiel dem Maienfelder Bauern die schönste und wertvollste Kuh zu Tode.

Die Gretahöhi

Oberhalb der Vaduzer Alp Pradamee, beim Hahnenspiel, ist die Gretahöhi. Sie ist benannt nach einem alten, kleinen Weib namens Greta. Als einmal auf dem Hahnenspiel ein Rind zu Tode gefallen war, und der Schinder das Rind gerade vergraben hatte, sagte der Hirt zum Schinder: «Du kannst gerade noch hierbleiben, ich habe die Greta gesehen, wie sie einem anderen Rind über den Rücken gestrichen hat.» Der Schinder blieb, und kurze Zeit später fiel ein zweites Rind zu Tode.

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