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Balzers

Das Kaltwehkappele

Einst wollte ein Fuhrmann mit seiner Frau in Balzers den Rhein überqueren. Sie warteten auf den Fährmann, doch dieser erschien nicht. So entschied er sich in der Eile, mit dem Wagen, den zwei Pferde zogen, den Rhein zu überqueren. In der Mitte des Rheins aber löste sich der vordere Teil des Wagens vom hinteren, in welchem seine Frau sass, und er musste zusehen, wie seine Frau von der Strömung rheinabwärts getrieben wurde. Die Frau betete, dass ihr nichts geschehen möge und sie versprach, eine Kapelle bauen zu lassen, gerade dort, wo sie wieder an Land getrieben werde. Zitternd vor Angst und Kälte wurde sie an Land getrieben und nach Balzers getragen. An der Stelle im Underfeld, wo sie gestrandet war, steht heute das Kaltwehkappele, welches sie für ihre Rettung zu bauen versprochen hatte.

Das Nachtvolk in Balzers

Ein Balzner wachte eines Nachts von lautem Lärm auf. Er schlüpfte schnell in seine Hose und begab sich zum Fenster. In der Eile jedoch war er nur mit einem Bein in die Hose geraten. Vom Fenster aus sah er das Nachtvolk vorbeiziehen. Er beobachtete den langen Zug, und am Schluss folgte einer hinkend, weil er nur mit einem Bein in der Hose war. Der Mann war der nächste Tote in Balzers.

Das schlaflose Kind

Ein Kleinkind aus Balzers atmete nachts oft schwer und konnte deswegen nicht schlafen. Dies erzählte seine Mutter eines Tages einem Kapuziner, der durch das Dorf zog. Der Kapuziner gebot ihr, ein Hemd des Kindes auszukochen. So werde dann am nächsten Tag bei ihr jemand vorbeikommen, um sich etwas auszuborgen, das sei dann der Schrättlig, der das Kind nicht schlafen lasse. Die Frau tat, wie ihr geheissen, und am nächsten Morgen kam eine Nachbarin zu ihr und bat sie um einen Schnuller für ihr eigenes Kind.

Das schlaflose Kind

Ein Kind in Balzers schlief nachts immer schlecht und atmete schwer. Als einmal ein Kapuziner ins Haus kam, klagte die Mutter des Kindes dem Kapuziner ihr Leid. Der Kapuziner gab ihr den Rat, ein Hemd des Kindes auszukochen, denn dann werde jemand kommen um sich etwas auszuborgen, und dies sei der Schrättlig, der das Kind in der Nacht plage. Die Mutter tat, wie ihr der Kapuziner riet, und kurz darauf kam eine Nachbarin, um sich für ihr Kind einen Schnuller auszuborgen.

Das Wunderkraut auf Lida

Auf der heutigen Alp Lida, die früher eine zu Balzers gehörige Siedlung war, wuchs vor langer Zeit ein Kraut, das bestes Futtermittel für die Kühe war. Man nannte es den Zyprio. So gaben die Kühe auf Lida besonders viel Milch. Als die jungen Leute von Lida wieder einmal zum Tanz nach Balzers gingen, und sie es gerade zur Melkzeit besonders lustig hatten, rief einer der jungen Bauern aus: «Verfluacht und verdammt sei dr Zyprio, ma muass vom Tanza awägg gi mälha goo». Doch ob diesem Fluch frassen die Kühe künftig das Wunderkraut nicht mehr und der Milchertrag ging wieder auf ein normales Mass zurück.

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